Menschen Reisen

Skizzenbuch

Der Fremde kommt wie auf Samtpfoten, muss er auch, denn er fühlt sich als "sanfter Tourist". Hinter ihm richtet sich das Gras der Bergwiese wieder auf, Regen und Wind verwischen seine Spuren. Der Fremde hat Notizen und Photos gemacht. Daheim schreibt er ei.nen Artikel für GEO: "Unberührte Paradiese".

Ein paar Monate später gehen GEO-Leser über die Wiese: tausende von freundlichen touristischen Softies, einer sanfter als der andere. Das Gras richtet sich nicht mehr auf. Es ist kaputt, oft genug für immer.

Immer und überall, ob sanft oder massenhaft, individuell oder pauschal: Der Tourist zerstört das, was er sucht, in.dem er es findet.

Sanft reisen heißt: nicht reisen, jedenfalls nicht wie bisher reisen. Und schon gar nicht dahin, wo es noch etwas zu erhalten gibt.