Traumtänzer

Skizzenbuch

Nicht, wer sich auf das Seil begibt, begibt sich schon in Gefahr, sondern erst, wer auf dem Seile innehält, wer plötzlich wie geblendet vom gleißenden Weiß der Scheinwerfer nicht vor noch zurück weiß, mit den Armen rudert, mit den Zehen krallt und nervös die Lippen bewegt, weil er die nächste Nummer vergaß: knien, hängen oder kopfstehen, wer dann die tausend starrenden Mäuler nicht mehr sieht und plötzlich erkennt, daß er niemals ankommen wird, vor oder zurück, mit oder ohne Netz, und wer dann noch angestrengt verbindlich ins Dunkle lächelt und ganz vergeblich, weil die Menschen zu weit entfernt sind von ihm, von ihm, der immer schon die freie Wahl hatte: Sturz oder Sprung.